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Vom Jahreshighlight zum kontinuierlichem Projekt

Jedes Jahr im November verändern sich die Räume der Bereitschaft Burgwedel. Wenn die persönliche Weihnachtsplanung der Helfer noch nicht präsent ist, gleicht die Unterkunft der Bereitschaft schon dem Lager des Weihnachtsmanns. Seit 2004 organisiert der Ortsverein eine Weihnachtspaketaktion für Straßen- und Heimkinder in Bulgarien. „Durch einen persönlichen Kontakt nach Hameln, konnten wir uns an dieser tollen Aktion beteiligen“, erinnert sich Dr. Markus Flentje an diese Anfänge. Schon im ersten Jahr sammelten die DRKler 1200 Geschenke im Bereich Burgwedel für diese Aktion. Mittlerweile braucht der Verein kaum noch Werbung für die Paketaktion. Ab Mitte des Sommers fragen die ersten Bürger an, wo und wann die Pakete gesammelt werden.

Auch dieses Jahr kamen wieder über 1000 Geschenke zusammen. Benjamin Siek und André Askamp, beide erfahrende Tourfahrer aus der Bereitschaft, starteten am 5. Dezember und kamen ohne große Probleme in Pazardzhik an. Der Regionsverband beteiligte sich mit der Bereitstellung des 12-Tonnen LKWs aus Katastrophenschutzbeständen. 

Zeitgleich zum Weihnachtstransport im Dezember war Dr. Markus Flentje zu Besuch in Pazardzhik, um die weiteren Projekte des OVs. zu kontrollieren und weiterzuentwickeln. Im Jahr 2008 kamen die Burgwedeler erstmals in Kontakt mit der Müllkippe in Aleko, auf dem Kinderarbeit die Regel war. Die ortsansässige Grundschule war schon in den vergangenen Jahren durch ihre besonders liebevoll gestalteten Weihnachtsfeiern aufgefallen. In Aleko arbeiten zwei deutschsprachige Lehrerrinnen, die einen einfachen Kontakt und kurze Informationswege garantieren. Mittlerweile finanziert der Ortsverein ein tägliches Mittagessen für 25 Kinder in der Schule und versucht damit den Teufelskreis zwischen Armut und mangelnder Bildung zu durchbrechen. Die Schulspeisung stand im vergangenen Jahr kurz vor dem Aus, da die genutzten Räumlichkeiten von der Stadt Aleko für ein anderes Sozialprojekt benötigt wurden. In Zusammenarbeit mit der Schule konnte aber behelfsmäßig ein Speiseraum in einem alten Büro eingerichtet wurde. Das Essen wird in der Krankenhausküche von Pazardzhik gekocht und dann in die Schule gebracht. „Wir umgehen damit viele Hygienevorschriften für eine eigene Küche und nutzen Synergieeffekte“, erklärt Flentje. Auch das Hamelner DRK unterhält noch eine Schulspeisung in Pazardzhik und nutzt die gleichen Strukturen. 

Begleitet wurde Flentje dieses Jahr von HAZ Reporter Kai Knoche, der eine kleine Berichtsserie zu den Aktionen des DRK in der Nordhannoverschen Zeitung der HAZ veröffentlichte. Der Reporter beschäftigte sich ausgiebig mit den Strukturen vor Ort. „Wir freuen uns über diese neutrale Berichtserstattung über unsere Projekte“, freut sich Dietmar Warda, Vorsitzender des DRK Burgwedel. „Damit können wir unseren Spendern eine tolle Rückmeldung über den Verbleib ihrer Gelder garantieren“. 

Die Delegation aus Burgwedel kontrollierte in ihrem 2-tägigen Besuch auch die Umsetzung eines Spielzimmers in der Schule, dass mit viel Eigenleistung der bulgarischen Lehrer im Sommer eingerichtet wurde. Im Krankenhaus wurde der Verbleib von Krankenhausbetten, die in einem zusätzlichen Hilfsgütertransport im Februar in das öffentliche Krankenhaus vor Ort gebracht wurden, begutachtet. 

Benjamin Siek und André Askamp kamen nach insgesamt 5000 gefahrenen Kilometern kurz vor Weihnachten heile wieder in Burgwedel an und konnten nach hunderten verteilten Geschenken zu Hause im eigenen Familienkreis das Weihnachtsfest begehen. Eine Feier mit besonderem Blickwinkel, wissen alle DRKler, die in den letzten Jahren die Emotionen in Bulgarien erlebt haben.